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Interview: Die Herausforderungen der Pandemie

Neil Davies, Commercial CEO, von Close Brothers, spricht über die Herausforderungen durch die Pandemie, die Rolle von Daten und darüber, was ihn im vergangenen Jahr beeindruckt hat...

Was hat sie in den letzten Monaten besonders beeindruckt?

Es war in jeder Hinsicht eine unglaublich harte Zeit, aber es gab auch einige Highlights.

Was mich während der anhaltenden Pandemie wirklich beeindruckt hat, war das Engagement unserer Mitarbeiter. Sie haben sich nicht nur intensiv um unsere bestehenden Kunden gekümmert, einschließlich des Angebots von Umstrukturierungen, sondern es gleichzeitig geschafft, das Neugeschäft zu steigern. Und das alles, obwohl viele im Homeoffice gearbeitet haben.

Ebenfalls beeindruckt hat mich die Qualität unserer Planung. Denn obwohl eine globale Pandemie natürlich nicht abzusehen war, hatten wir mit einem Abschwung gerechnet. Dadurch waren wir in einer sehr guten Position, um die C19-Herausforderungen und alles, was damit einherging, zu bewältigen.

Angesichts dessen, was wir bereits erlebt haben: Was sind ihrer Meinung nach die wichtigsten Herausforderungen, die in den kommenden Monaten noch auf uns zukommen werden?

Wo fangen Sie bei dieser Frage an? Ich prophezeie das Aufkommen von "Zombie-Unternehmen", also Firmen, die zusätzliche Überwachung und möglicherweise Unterstützung benötigen, um zu überleben. Die Realität ist, dass einige Unternehmen in Not geraten könnten, sobald die staatlichen Unterstützungsprogramme wegfallen.

Ebenfalls rechne ich mit einem Werteverfall einiger Vermögenswerte als Folge eines wirtschaftlichen Abschwungs.

Aus der Perspektive der Personalbeschaffung wird der verstärkte Digitalisierungsdruck in vielen Branchen zu einem Engpass bei entsprechend qualifiziertem Personal führen. Im Ergebnis werden Unternehmen um einen kleineren Pool an Fachkräften konkurrieren.

Umgekehrt sehen wir, da unsere Mitbewerber schrumpfen, bereits jetzt eine erhöhte Anzahl von Bewerbungen für Positionen im Vertrieb und im operativen Geschäft.

Während der Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig gute Daten sind. Welche Rolle spielen sie aus Ihrer Sicht? Werden Daten jemals den persönlichen Kontakt ersetzen?

Es ist für uns alle einfacher denn je, online mit Unternehmen zu kommunizieren, Produkte zu recherchieren, Artikel zu kaufen und sogar Bankgeschäfte zu erledigen. Die Spuren dieser Aktivitäten werden von den Unternehmen dann oft genutzt, um Kundenprofile zu erstellen, die Trends verfolgen und Verhaltensweisen vorhersagen können. Dennoch - und ich weiß, ich klinge wie ein Dinosaurier - glaube ich einfach nicht, dass dadurch langfristige Beziehungen aufgebaut werden.

Die konsequente und regelmäßige Analyse unserer Betriebsdaten ebnet den Weg, um in Zukunft bessere kundenorientierte Entscheidungen zu treffen. Denn richtig und effektiv genutzt erlauben uns Daten, unsere Kunden besser zu verstehen und unsere Dienstleistungen so zu erweitern und anzupassen, dass sie ihren sich ändernden Anforderungen und Gewohnheiten gerecht werden.

Wir können - und werden - außerdem zu einem stärker digitalisierten Angebot übergehen, das die Customer Journey beschleunigt und vereinfacht. Wenn wir unsere Kunden jedoch nicht von Angesicht zu Angesicht treffen und sie vor Ort besuchen, besteht die Gefahr, dass wir schlechtere Finanzierungsentscheidungen treffen und uns Kunden nicht mehr so treu sind wie bisher.